Machtpoker um Mitteldeutschland, Teil 2/3: Das Jahr der Zocker

Filmtyp: Dokumentation
Genre: Zeitgeschichte
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2020
Dauer: 45min
Regie: Katja Herr
Schauspieler:
Jahr der Beschreibung: 2020
Produktion: MDR/STL/AnkeNicolai
Beschreiberteam: Katrin Wiermer
Sprecher : Frauke Poolmann
Medien : TV
Bezugsquelle:
Inhaltsangabe: Erzählt wird ein bisher unbeleuchtetes Kapitel deutscher Nachwendegeschichte. Tiefgründig recherchiert, mit bisher unveröffentlichten Archivdokumenten, dabei unterhaltsam und charmant erzählt durch die wichtigsten politischen Akteure und Zeitzeugen. Es sind Geschichten von Zockern und Bluffern, von Alleingängern und Teamplayern, von prägenden Weichenstellungen aus den ersten Jahren der neuen Demokratie, als sich Länder-Identitäten und der Begriff der Heimat neu definierten zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Christine Lieberknecht, CDU, ehemalige Ministerpräsidentin Thüringen: „Die Prognosen waren ja damals: diese Laienspielertruppe, das hält nicht bis Weihnachten – und das war im November. Und da hab ich gedacht, den Ausflug kann man ja mal machen.“ Im zweiten Teil der Dokumentation „Machtpoker um Mitteldeutschland“ haben sich die Länder neu formiert. Es ist Herbst im Jahr 1990 – und das Spiel um Macht und Einfluss ist in vollem Gang. Es ist das Jahr der Zocker – die Zeit der großen Träume und Möglichkeiten. Während mancherorts noch über Landeshauptstädte sinniert oder auch gestritten wird, nutzen in abgelegenen Landstrichen die Kommunalpolitiker die Gunst der Stunde, um gewitzt und unorthodox erste Fördertöpfe ausfindig zu machen und auszuschöpfen. Gerd Gies, Josef Duchac und Kurt Biedenkopf sind die ersten Ministerpräsidenten der neuen Länder – mit sehr unterschiedlichen Startvoraussetzungen. Stasi-Vorwürfe kommen ans Licht und werfen wichtige politische Entscheider und Entscheidungen aus der Bahn. Gerd Gies, erster Ministerpräsident Sachsen-Anhalts tritt nach nur neun Monaten zurück. Christoph Bergner, CDU Sachsen-Anhalt: „Herr Gies ist darüber gefallen, dass Stasi Überprüfungen auf sein Geheiß hin in einer Weise durchgeführt wurden, dass man das Gefühl haben musste, hier sollen Plätze frei geschossen werden. Und das begann beim Ministerpräsidenten.“ Eine besondere Anekdote bietet Pausa, das Städtchen im Vogtland, das über Nacht zu Thüringen gehört – und alles, wirklich alles dransetzt, zurück nach Sachsen zu kommen. Auch die Entwicklungen in Jessen, Wittichenau, Heiligenstadt und Altenburg werden weitererzählt und erfahren ganz unterschiedliche Wendungen zwischen Euphorie und Verzweiflung, Kalkül und Naivität. (Text: MDR)