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Rosen für den Staatsanwalt

Filmtyp: Spielfilm
Genre: Satire
Produktionsland: BRD
Produktionsjahr: 1959
Dauer: 95min
Regie: Wolfgang Staudte
Schauspieler: Walter Giller, Martin Held, Ingrid van Bergen
Jahr der Beschreibung: 2020
Produktion: nicht bekannt
Beschreiberteam: nicht bekannt
Sprecher : nicht bekannt
Medien : TV
Bezugsquelle:
Inhaltsangabe:
Deutschland, 1945: Weil er zwei Tafeln Schokolade auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, wird der Wehrmachtssoldat Rudi Kleinschmidt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vor ein Militärgericht gestellt. Für den Kriegsgerichtsrat Dr. Schramm eine "wehrkraftzersetzende Handlung", die als "einzig mögliche Strafe" die Todesstrafe erfordert. Die Vollstreckung des Urteils auf freiem Feld wird allerdings durch einen Tieffliegerangriff verhindert. In der Verwirrung, die das feindliche Flugzeug auslöst, kann der zum Tode verurteilte Rudi Kleinschmidt entkommen.

Mehr als zehn Jahre später - das Wirtschaftswunder ist längst in vollem Gange - verdient Rudi Kleinschmidt sein Geld als umherziehender Straßenverkäufer. Unterwegs mit zwei Fernfahrern verschlägt es ihn in eine Stadt in der Provinz, wo er in der Pension seiner alten Freundin Lissy unterkommt. Während einer Verkaufsaktion auf der Straße begegnet er unverhofft dem einstigen Kriegsgerichtsrat Schramm. Der Ex-Nazi ist inzwischen Oberstaatsanwalt und angesehener Bürger der Stadt. Er gibt den aufrechten Demokraten, seine treudeutsche Gesinnung hat er jedoch beibehalten. Der entnazifizierte Spießer der deutschen Wunderzeit tobt seine Herrschsucht zu Hause aus, indem er seine Familie terrorisiert.

Beim Anblick Kleinschmidts ist Schramm jedoch schwer verunsichert. Er befürchtet die Aufdeckung seiner dunklen Vergangenheit und setzt alles daran, Kleinschmidt aus der Stadt zu vertreiben. Die Polizei kommt dem Oberstaatsanwalt eilfertig zu Hilfe und beschlagnahmt Rudis Verkaufsartikel. Als der traumatisierte Kleinschmidt im Affekt ein Schaufenster einschlägt, um zwei Dosen Schokolade zu stehlen, kommt es zu einem neuerlichen Prozess, bei dem abermals Schramm die Anklage führt.

"Rosen für den Staatsanwalt" ist eine intelligente Zeitsatire, die Regisseur Wolfgang Staudte (1906-1984) mit dem Ziel realisierte, das politische Bewusstsein der Bundesbürger zu schärfen. Der hellsichtige Film hat auch heute nichts von seinem kabarettistischen und provokativen Witz eingebüßt. Ende der 50er Jahre wird Staudte durch den Fall des Offenburger Studienrates Zind, der wegen antisemitischer Äußerungen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird, zu "Rosen für den Staatsanwalt" angeregt und entwirft nach dem authentischen Fall ein bitteres, aber äußerst realistisches Bild der frühen Bundesrepublik. Als "Nestbeschmutzer" diffamiert, lehnt er die Auszeichnung mit dem Bundesfilmpreis 1960 ab. Später dreht er Folgen für die ZDF-Reihe "Der Kommissar", ab 1973 für die "Tatort"-Reihe der ARD.
(ARD)