37 Grad: Die Wahrheit und ihr Preis – Whistleblower packen aus

Filmtyp: Dokumentation
Genre: Reportage
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2017
Dauer: 28min
Regie: Daniel Harrich, Danuta Harrich-Zandberg
Cast:
Jahr der Beschreibung: 2017
Produktion: Unbekannt
Beschreibung: Nicht bekannt
AD-Einsprache: Nicht bekannt
Medien: Fernsehen
Inhaltsangabe: Die "37 Grad"-Dokumentation erzählt die Geschichte zweier Whistleblower aus der Pharmabranche. Es geht um gepanschte Medikamente. Die Enthüllungen aber fordern ihren Tribut: Das Leben der beiden Männer verändert sich völlig.
"Man ist derjenige, der das Nest beschmutzt hat, und dem gibt keiner mehr eine Chance", sagt einer der beiden, der das leidvoll an der eigenen Haut erfahren musste und noch immer um seine wirtschaftliche Existenz kämpfen muss. Der promovierte Mikrobiologe hat mit seinen Enthüllungen aufgedeckt, dass die europäische Vertriebskette für Arzneimittel längst nicht so sicher ist, wie offiziell behauptet wird - auch in Deutschland.
Der andere Whistleblower, der über seine Erfahrungen in der Pharmabranche berichtet, hat mit seinen Berechnungen illegale Machenschaften in Millionenhöhe und mangelnde Kontrollen im Arzneimittelbereich öffentlich angeprangert. Derzeit erlebt er, was es für das eigene Leben und das der Familie bedeutet, sein Schweigen zu brechen.
Für beide war es nach eigenem Bekunden eine Gewissensentscheidung. Beide haben mit sich gerungen und schließlich gehandelt. Beide konnten es nicht länger mit ihrem Verantwortungsgefühl vereinbaren, zu schweigen - während schwerkranke Patienten Gefahr liefen, mit minderwertigen, gepanschten, gefälschten Medikamenten behandelt zu werden. Darum stellten sie Strafanzeige und gingen an die Öffentlichkeit.
Doch die Folgen für das eigene Schicksal sind weitreichend. Für den Whistleblower, der die Schwachstellen in der Arzneimittelvertriebskette aufdeckte, trat mit seiner Entscheidung der "worst case" ein. Zunächst wurde er als Wichtigtuer abgetan, dann als Teil des Systems als betrogener Betrüger selbst kriminalisiert. Bis heute kämpft der Mikrobiologe um die Wiederherstellung seines ehemals guten Rufs, und er hat, von einigen früheren Geschäftspartnern in die Insolvenz getrieben, seine Firma und sein Haus verloren.
Der andere hat sich seit seiner Entlassung bei mehreren Betrieben beworben. Bislang hat ihn keiner eingestellt. Auch er sagt heute: "In Deutschland ist man nur der Verräter. Der, der das Nest beschmutzt hat."