305 km Rhein-Geschichten – Von Loreley und Luxusbauten (1/2)

Filmtyp: Dokumentation
Genre: Kultur
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2021
Dauer: 44min
Regie: Lothar Schröder
Schauspieler:
Jahr der Beschreibung: 2020
Produktion: nicht bekannt
Beschreiberteam: nicht bekannt
Sprecher : nicht bekannt
Medien : TV
Bezugsquelle:
Inhaltsangabe: Der Rhein ist für unendlich viele Geschichten gut. Er verbindet und trennt, er gibt und nimmt.
Sehnsuchtsort, Ausflugsziel und manchmal auch eine bedrohliche Gefahr. Diese Mischung ist es, die Geschichten um den Strom nur so sprudeln lässt. Sagen und Mythen begleiten den Strom durch alle Zeiten. Der Rhein hat eine Länge von 1233 Kilometern. Er fließt durch sechs europäische Länder und ein Viertel davon durch Nordrhein-Westfalen und sein Umfeld.

Sagen und Mythen begleiten den Strom. Die Fahrt beginnt beim legendären Rheinkilometer 555, an der Loreley. Tapfere Bootsführer sollen hier einst wegen des betörenden Gesangs einer blondgelockten Nixe ihr Leben verloren haben. Tatsächlich kam es an den Felsen der Rheinenge besonders oft zu Unfällen. Die Felsen sind heute gesprengt, an Attraktion hat das beliebte Ausflugsziel nicht eingebüßt.

90 Rheinkilometer weiter erinnert der Drachenfels an die Siegfriedsage, deren Held im Siebengebirge einen Drachen besiegte. Vom Ungeheuer blieb immerhin der Name: Drachenfels.

Ganz das Gegenteil auf Augenhöhe zur Ruine: Das Hotel Petersberg, DER Luxusbau des Siebengebirges mit bewegter Geschichte. Hier residierte 1938 der britische Premierminister Chamberlain, um Adolf Hitler zu treffen, der einmal über den Rhein, gegenüber im Rheinhotel Dreesen seit Jahren seinen Stammplatz hatte. Das Rheinhotel wurde später zur ersten Adresse der Bonner Spitzenpolitiker, der Petersberg die Unterkunft ihrer internationalen Gäste.

Ebenfalls auf einem Hügel mit Blickkontakt zu Drachenfelsen, in Rhöndorf, auf der anderen Rheinseite, "op de schäl sick", wohnte einer der berühmtesten Männer Deutschlands. Er fuhr täglich mit dem Boot zur Arbeit, prostete mit dem Winzer, hatte Riesenstress mit dem Bäcker und machte Bonn zur Bundeshauptstadt. Keine schlechte Bilanz für Konrad Adenauer. Rheinkilometer 655 stand lange für die Bundeshauptstadt.

Doch vieles ist im Fluss. Rheinkilometer 688: Wo früher schmuddelige Hafengelände standen, präsentieren sich jetzt Luxuswohnviertel. Die Kölner Kranhäuser sind Landmarken der neuen Ufergestaltung. Wohnen am Rhein ist nicht nur schick, sondern auch sehr teuer.
Aber die Rheinlage hat auch ihre Tücken. Mehr als einmal ist die Kölner Altstadt von einem gewaltigen Hochwasser geflutet worden. Jedes Mal wurden die Mauern höher gebaut. Am Fluss leben, heißt, mit dem Fluss zu leben. (WDR)