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Zwei Finger fahren über Brailleschrift auf einem Papierbogen.
» Aktuelles » BR-Tatort: Erstausstrahlung mit Hörfilm – 'Die Heilige', Sonntag, 3.10.2010, 20:15 Uhr

BR-Tatort: Erstausstrahlung mit Hörfilm – 'Die Heilige',
Sonntag, 3.10.2010, 20:15 Uhr

Für die Beschreibung der Folge war das Nordteam im Hörfilm e.V. verantwortlich: Olaf Koop, Hela Michalski und Rudolf Beckmann. Die Redaktion lag in den Händen von Bernd Benecke, Elmar Dosch und Haide Völz (Hörfilm e.V.).

Zur Produktion des Hörfilms hat Elmar Dosch das folgende, (manchmal) nicht ganz ernst gemeintes "Tatort-Tagebuch" zusammengestellt:


Montag, 27. September 2010

Der Münchner Nahverkehr wird bestreikt. Die wenigen U-Bahnen sind total vollgestopft. Ausgerechnet heute. Die Redakteure Haide Völz und Elmar Dosch versuchen verzweifelt, zu den "Heumann Home Entertainment Studios" in Freimann durchzukommen. Dort soll nämlich die Hörfilm-Fassung des brandneuen BR-Tatorts produziert werden. Irgendwie gelingt es den beiden doch noch, fast pünktlich anzukommen.

Die Maschinen laufen schon. Der "Meister des perfekten Tons" Michael Heumann bietet Kaffee an. Die Auto fahrende Sprecherin Stefanie Müller ist, wider Erwarten, auch fast pünktlich, so dass um kurz nach 9 Uhr - nachdem noch abgeklärt wurde, wie der Hauptdarsteller ausgesprochen wird, und nachdem ein Anruf beim Verlag auch Klarheit über die Aussprache des Drehbuchautors geschaffen hat - die Aufsprache beginnen kann.

Einige wenige Textstellen sind immer noch zu lang und müssen schnell gekürzt werden. Vereinzelt kommt Gelächter über einige lustige Dialogstellen auf. Die Beschreibung eines Schauplatzes muss ebenfalls noch präzisiert werden. Aus einer "holzgetäfelten" wird eine "holzverkleidete Wand", aus braunen werden orangefarbene Fliesen.

Ansonsten konzentriertes Arbeiten bis um 13:30 Uhr. Geschafft! Die Sprecherin verabschiedet sich. Dann Mittagspause. Beim Chinesen lässt die Anspannung langsam nach.

Kurz vor halb 3 beginnt die zweite Arbeitsphase. Jeder 'Take' wird noch mal angehört. Die wenigen Sprechgeräusche (zu viel Spucke, Knackser usw.) werden entfernt. Wichtige Geräusche im O-Ton (Gefängnistor gleich zu Beginn, Geschossgeräusch) werden "freigeräumt", die Takes millisekundengenau zwischen die Dialoge gequetscht. Manches muss noch etwas beschleunigt werden. Viele Atmer werden herausgeschnitten. Die Sprecher beim BR atmen nicht!

17:30 Uhr: Eine Stunde ist geschafft, Michael Heumann auch! Die Rückfahrt ist vergleichsweise entspannt.


Dienstag, 28. September 2010

Die Gewerkschaft der Lokführer hat ein Einsehen - mit den Familien, die aufs Oktoberfest wollen. Wegen des Familientages wird der Streik ausgesetzt. Das kommt auch Haide Völz und Elmar Dosch zugute. Dieses Mal sind sie überpünktlich. Nach einem kurzen Abstecher zum Bäcker geht es schon um kurz vor 9 Uhr wieder los.

Noch 30 Minuten. Der Schluss des Filmes ist wieder einmal seeeehr ruhig. Ohne Beschreibung wüsste niemand, was da passiert. Das ist gut für die Beschreiber und den Sprecher. Aber schlecht für die Nacharbeit. Wo soll welcher Take hin? Noch mal genau auf die Musik und die Geräusche hören. Gut. Jetzt hat das Ganze einen gewissen Rhythmus.

Auch das Platzieren des Abspanns will gut überlegt sein. Bei der Wiederholung wird er nämlich gnadenlos abgeschnitten. Was soll also unbedingt noch zu hören sein?

Heute ist die Mittagspause etwas früher und dieses Mal geht es zum "Hausitaliener". Dort muss während des Mittagessens noch ein Handy-Problem des Chefs gelöst werden. Nie hat man seine Ruhe.

Nach der Pizza bzw. den Nudeln beginnt dann der dritte Schritt: die Mischung der Beschreibung mit dem O-Ton. Ein ewiger Kampf zwischen "Mehr O-Ton; da hört man doch nix mehr" und "Die Beschreibung säuft ab; das Schlagzeug ist zu laut". Da heißt es für Michael Heumann, Ruhe bewahren. Ab und zu noch eine Feinjustierung. Um 15:30 Uhr ist es geschafft.

Die kritischen Stellen werden noch mal kritisch begutachtet. Dann wird die komplette Tonspur aus dem System ausgespielt und auf den BR-Server eingespielt, von wo ihn die Kollegen des ORF herunterladen können. So ist zumindest für Haide Völz und Elmar Dosch heute etwas früher Schluss.


Mittwoch, 28. September 2010

Kurz nach 8 Uhr: Michael Heumann ist heute schon früh im Einsatz. Der Film muss für die ARD sendefertig gemacht werden. Er muss also wieder eingespielt werden, um davon eine XD-Cam-HD-Disk herstellen zu können. Jedem Sender sein eigenes Format. Es wird eben nicht immer einfacher. Ganz im Gegenteil!

Und um halb 11 ist bereits die nächste Sprachaufnahme geplant: "Empathie" - dieser Film hat aber zum Glück etwas mehr Zeit, denn er kommt erst Ende Oktober.

Aber am Nachmittag, mitten in die Sprachaufnahmen, kommt ein Anruf des ORF. Sie können die Tonspur nicht von BR-Server herunterladen, weil die ORF-Firewall dies nicht zulässt. Michael Heumann muss sich schnell etwas Neues überlegen.

Er lädt die Tonspur jetzt direkt auf den Server des ORF. Hätten die Kollegen auch ruhig früher mitteilen können. Noch ein 3-Stunden-Durchlauf, in der Hoffnung, dass jetzt alles klappt. Dadurch verzögert sich die Sprachaufnahme. Aber als an diesem Tag um 19 Uhr Schluss ist, ist der Film auch in Wien komplett angekommen.


Sonntag, 03. Oktober 2010

20:15 Uhr: "Das Augenpaar eines Mannes. Er sieht nach links, nach rechts, geradeaus. Um das rechte Auge schließt sich ...".

So knapp wird in der Regel nicht produziert. Aber wenn man die Erstausstrahlung bedienen will, ist manchmal höchster Einsatz von allen erforderlich.

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