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37 Grad: Kampf um jeden Atemzug Wie Eltern ihr Kind retten wollen

Filmtyp: Dokumentation
Genre: Gesellschaftsreportage
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2018
Dauer: 30min
Regie: Anne Heigl
Schauspieler:
Jahr der Beschreibung: 2018
Produktion: ZDF
Beschreiberteam: Nicht bekannt!
Sprecher : Nicht bekannt!
Medien : Fernsehen
Bezugsquelle:
Inhaltsangabe: Was machen Eltern, wenn ihr Kind lebensbedrohlich erkrankt? Leos Luftröhre ist schwer verletzt. Seine Eltern sehen eine Chance auf Heilung und ziehen von Neuseeland nach Deutschland. „37°“ hat die Familie vor ihrer Abreise in Neuseeland und in den Folgemonaten in Deutschland begleitet. Das Filmteam ist bei der Ankunft in Hamburg dabei, nimmt teil an Untersuchungen, feiert Leos zweiten Geburtstag und erlebt den schwierigen Alltag der Familie. Die Geschichte von Leo beginnt 2015 in Neuseeland. Anja, 39, will mit ihrem Freund Tony, 36, nur einige Monate in dessen Heimat verbringen. Doch dann wird sie schwanger, mit Zwillingen. Eine komplizierte, dramatische Schwangerschaft. Am Ende müssen die Zwillinge Mats und Leo per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden, 13 Wochen zu früh. An eine schnelle Rückkehr nach Deutschland ist nicht zu denken, denn Leo ist krank. Mehrfach muss er operiert werden, dabei wird seine Luftröhre bei einem Eingriff schwer verletzt. Leo muss nun rund um die Uhr gepflegt werden, und mit dieser Gewissheit ändert sich alles für die Familie. „Man überlebt. Man lebt nicht richtig. Wir überleben jeden Tag“, beschreibt Anja ihren Alltag zwischen Fürsorge und Erschöpfung. Denn Leo bekommt kaum Luft, Schwellungen und Zysten machen das Atmen für ihn fast unmöglich. Durch einen Luftröhrenschnitt und mithilfe einer sogenannten Trachealkanüle kann Leo zwar wieder atmen, aber er ist seither stumm. Zudem muss Leo über eine Magensonde ernährt werden. Aus Angst davor, nicht weiteratmen zu können, verweigert er das Schlucken. Trotz allem: Leo ist ein glückliches Kind, ein Sonnenschein. „You Are My Sunshine“, singt Vater Tony deshalb am liebsten für seinen Sohn. „Die Situation hat uns definitiv verändert. Aber wir versuchen, so normal wie möglich zu leben. Und unseren Kindern Liebe zu geben“, erklärt Tony. Er gibt seine Arbeit als IT-Fachmann auf, um bei seinen Zwillingen sein und Anja unterstützen zu können. Rund um die Uhr, bis zu 50 Mal am Tag, muss Leos Luftröhre abgesaugt werden. Tagsüber machen das Anja und Tony, nachts übernehmen Krankenschwestern diese Aufgabe, bezahlt von einem neuseeländischen Gesundheitsfonds. Die Ärzte in Neuseeland wissen nicht weiter, doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: die Spezialklinik „Lufthafen“ in Hamburg, im Altonaer Kinderkrankenhaus. Anja und Tony stehen vor einer riesigen Herausforderung. Die Familie zieht im September 2017 nach Deutschland. Am Flughafen wartet Anjas Familie, ein Haus haben sie bereits über das Internet gefunden. Doch leider gibt es vorerst keine Pflegekräfte, um Leos Versorgung zu Hause abdecken zu können. „Wir wussten, dass die Pflegesituation schwierig ist in Deutschland. Aber dass es so schlimm wird, hab’ ich nicht gedacht“, erzählt Anja. Hilfe bekommt sie von ihrer Mutter. Sogar nach Neuseeland reiste Oma Maren, um der Familie beizustehen und sie beim Umzug nach Deutschland zu unterstützen. Die 69-Jährige ist inzwischen auch am Ende ihrer Kraft. Alle Hoffnung der Familie konzentriert sich deshalb auf die ersten Untersuchungen in der Hamburger Spezialklinik. „Dass ein Kind mit so viel Krankenhauserfahrung einen Menschen in Weiß kennenlernt und dem so offen und fröhlich entgegenkommt – toll!“, beschreibt „Lufthafen“-Oberarzt Dr. Benjamin Grolle seine erste Begegnung mit Leo. Trotzdem wird die Hoffnung auf Heilung vorerst gedämpft. Auch der Familienalltag gestaltet sich schwierig. Weil IT-Fachmann Tony in der Woche arbeitet, um seine Familie zu ernähren, lasten alle Entscheidungen und die Versorgung von Leo und Mats jetzt allein auf Anjas Schultern. Der zähe Kampf um Pflegekräfte für Leo kostet viel Kraft. Zudem fällt es Neuseeländer Tony schwerer als gedacht, sich in Deutschland einzuleben. Die Herausforderungen sind vorerst eher größer als erwartet, doch aufgeben ist keine Option. Denn einen Plan B gibt es nicht. Werden sich die Hoffnungen der Familie erfüllen, kann Leo im „Lufthafen“ doch noch geheilt werden? Hat sich der Umzug um die halbe Welt gelohnt? Wie werden Anja und Tony mit den Herausforderungen fertig? Ein Film mit tragischen Situationen und fröhlichen Momenten, letztlich ein Film über eine Familie, in der die Liebe der Treibstoff allen Handelns ist. (Text: ZDF)